A112E springt schlecht an nach Standzeit

  • Hallo Kollegen!

    Ich hab eine kleine Unpässlichkeit mit meinem Autobi. Er springt nach Standzeit nicht an. ?

    Zündfunke ist da und Kraftstoff kommt am Vergaser an. Ich habe eine Zündkerze ausgebaut und auf den Ventildeckel gelegt. Es sind Funken zu sehen, wenn auch schwach. Man kann orgeln was man will. Wenn er ein paar Tage gestanden hat, will er nicht mehr. Erst als ein Helfer seine Hand auf den Vergaser aufgelegt hat, und somit die Ansaugluft abgesperrt hat, hat es ihn durchgerissen und er lief ohne Probleme. Erneuter Start geht dann auch. Steht er ein paar Tage geht es wieder von vorne los. Choke oder Pumpen mit dem Gaspedal helfen nicht. Habe auch die Gemischschraube im Bereich von 1,5 bis 4,5 Umdrehungen nach außen verstellt, zwecks Versuch. Keine Änderung. Ich kann nicht genau sagen ob das Problem seit Einbau eines Leitungskraftstofffilters besteht. Dieser ist jedenfalls immer halb voll und die Leitung nach dem Filter ist vollständig gefüllt, ohne Luftblasen. Macht hier die Kraftstoffpumpe demnächst schlapp? Wer kennt das noch von euch?

    Lg

  • Ich kenne das so, das nach einiger Standzeit der Sprit aus der Schwimmerkammer über den Überlauf selbiger einfach verdunstet.


    Dann fülle ich immer etwas über den Überlauf ein und er springt wieder problemlos an.

  • nööö,

    da würde ich den Motor nicht gleich ausbauen wollen. Angenommen es wäre nur ein verklemmtes ein oder Auslass-Ventil kann sich das mit mehr oder weniger Bewegung des Motors wieder geben.

    Ein verschmutzter Ventilschaft und leichter Flugrost will da nur ein wenig entfernt werden.


    Wenn die Kommpression im warmen Zustand doch passt. Erst wenn im kalten Zustand die Kommpressionswerte sich sofort nach ein paar Tropfen Motorenöl durchs Kerzenloch kurzfristig verbessern würde ich auf übermäßigen Verschleiß von Kolben und Zylinder ausgehen. Den Zylinderkopf direkt im Motorraum ausbauen ist kein Problem.

    Im Gegenteil ist nach Abbau des Zylinderkops danach freie Sicht auf alle Zylinder und falls da doch noch was zu erkennen ist kann man den Motor ohne Zylinderkopf auch leichter unterm Auto rausziehen.


    Gruß Claus

  • ... auf Verdacht könnte man auch mal die Kompression des Motors im kalten Zustand messen.

    salve 112e,

    so wie claus in seinen letzten ausführungen schon sagt, als variante "B" auch noch die kompression mit warmen motor messen.

    bevor man "trail & error" den motor ausbaut, sollte das kleine 1x1 zumindest zielführend für die spätere diagnose sein.

    • stimmt das ventilspiel
    • wie groß ist der abstand zwischen dem schwachen und den guten zylindern beim kompressiontest (kalt/warm)
    • in ermangelung der infos über das fahrprofil der letzten 5'tkm, vielleicht sind auch nur die kolbenringe mit ölkohle verklebt
    • wie doll "kommt's" aus der kurbelgehäuseentlüftung "geblaggt"

    bei verdacht, und um ggf. die ölkohle zu lösen, reicht es die kerzen rauszudrehen, alle vier zylinder, den kolben nach, auf gleiche höhe stellen, und die zylinder mit einem kraftstoffsystemreiniger oder eine motorinnenreiniger "aufzufüllen"... dabei dann mit der taschenlampe durch die kerzenlöcher beobachten, wie schnell in welchem zylinder die reinigungsflüssigkeit nach unten in die ölwanne läuft.

    dann warten bis in keinem zylinder mehr flüssigkeit zu erkennen ist - motor so dann ohne kerzen kurz "nudeln" lassen, kerzen rein & starten.

    nach 15-20min., ohne "gas" geben!!!, den motor ausmachen und 'nen ölwechsel machen, dabei den filter raus, und den motor richtig "ausbluten" lassen.


    zeitnah dann frisches öl & filter rein, und am besten sofort (mit den angelösten ölkohlekolbenringen) eine kleine überlandfahrt starten... 100-150km sollten reichen, dabei dem wagen auch ruhig mal zeigen, wer der herr im hause ist.

    dann am nächsten tag nochmal einen kompressionstest durchführen und schauen, ob's sich lohnt den motor doch drinnen zu lassen, oder keine verbesserung eingetreten ist.

    Habe auch die Gemischschraube im Bereich von 1,5 bis 4,5 Umdrehungen nach außen verstellt, zwecks Versuch.

    ...da müsste dann auch noch etwas grund rein, in punkto grundeinstellung.

    läuft er zu mager, hast du immer eine zu hohe verbrennungstempertur, also nicht gut für die ventile und dem rest.


    good luck

    vg chris

  • Das meiste habe ich schon durch. Kompression kalt und warm jeweils am 4. Zylinder weniger als die Hälfte der anderen Zylinder. Ventile sind alle beweglich. Öl in Brennraum bringt keine Verbesserung. Als nächstes kommt der Kopf runter und mal reinschauen...

  • Kleines Update nach Kopfdemontage:

    Sämtliche hintere Kopfschrauben waren kaum fest. Dafür eine vordere im Zylinderkopf festgebacken. Nach Abriss des Schraubenkopfes musste der Kopf millimeterweise nach oben gekeilt werden. Befund soweit: Sitz Auslassventil 4 ausgebrannt. Brennraumseitig geringe Spuren nach Wassereintritt bei Zylinder 2 sichtbar. Zylinderlaufbahn 1, 3, 4 mit deutlichen Korrosionsspuren auf halber Hubhöhe. Vermutlich durch Wasser im Brennraum bei Standzeit entstanden. Block ist noch im Auto. Kolben 4 zeigt mehrere kleine Einschläge und erhöhtes Spiel im Zylinder, im Vergleich zu den anderen. Es steht eine Revision an. ?

  • Wieder der Beweiß das ein solcher Motor fast mit allen technischen Defekten noch irgendwie läuft .... positiv betrachtet!


    Alle Kolben welche so "scheinbare kleine Einschläge" haben hatten wahrscheinlich "zu viel Wassereinspritzung" über die undichte Zylinderkopfdichtung erlebt. -Das sieht aus als ob jemand eine Ladung Schrotkugeln darauf abgefeuert hätte-


    Das erhöhte Kolbenspiel muß nicht auf jeder Höhe des Zylinders gleich groß sein. Ich würde auf jeden Fall auch dem Motorrumpf auch mal unterstellen das er unrunde Bohrungen aufgrund thermischer Überlastung erlitten hat.


    Es gibt sicherlich noch genügend bessere gebrauchte komplette Motoren!


    Gruß Claus

  • Ich war heute mit dem Kopf beim Motorenbauer. Der Kopf ist rettbar, eine kleine Beschädigung an der Dichtkante wird durch Aufschweißen repariert. Wie der Block aussieht wird eine Vermessung nach dem Gesamtausbau zeigen. Ich werde jedenfalls alles Vertretbare versuchen um möglichst den Originalrumpf zu erhalten. Mal schauen... Werde berichten!


    'Schrotkugeln' trifft den Eindruck genau. Sieht aus wie viele Körnerschläge - nur rund.

  • Moin, habe neuerdings ähnliche Anlass-Probleme wie a112e/70-HP-Tuner ursprünglich berichtete.

    Ich habe ein A112E BJ1976. War recht feucht in Germania in den letzten Wochen aber ich vermute eher die Bezinpumpe.


    Deshalb folgende Fragen an die Experten-Gemeinde:

    a. wo findet man überall Wasser im Vergaser/Leitungen, wenn er Wasser gezogen hätte?

    b. hat schon mal jemand eine elektrische Benzinpumpe eingebaut und die mechanische deaktiviert? (z.,B. https://www.ebay.de/itm/Krafts…220bf10fffc3812%7Ciid%3A1)

    c. andere Tipps?

  • a. wo findet man überall Wasser im Vergaser/Leitungen, wenn er Wasser gezogen hätte?

    In der Schwimmerkammer + im Leitungsfilter

    b. hat schon mal jemand eine elektrische Benzinpumpe eingebaut und die mechanische deaktiviert?

    ja, das haben hier schon etliche OHV-Fahrer gemacht - funktioniert einwandfrei, hilft aber auch nicht gegen Wasser im (undichten?) Tank...

  • Bei der Restaurierung meines 70HP Baujahr 1977 vor fünf Jahren habe ich zufällig entdeckt dass der Benzinpumpennocken ca 1mm eingelaufen war, hatte aber nie ein Problem damit. Ursache: Einbau eines Zahnriemenantriebs lange Jahre vorher. Mir hats keiner gesagt, gelesen habe ich auch nichts und das Hirn hat auch nicht eingesetzt dass dann der Pumpenstössel trocken läuft. deshalb der Umbau siehe Bilder Im Motorraum ist dann noch das elektrische Abschaltventil zur Sicherheit

  • ja, das haben hier schon etliche OHV-Fahrer gemacht - funktioniert einwandfrei, hilft aber auch nicht gegen Wasser im (undichten?) Tank...

    Klar, Wasser muss zuerst raus, da die Benzinpumpe wohl noch die Erste ist, sollte die (neben Wassersuche) auch mal ersetzt werden. Da werde ich mal eine elektrische probieren statt 1:1 Ersatz...

  • Da der thread wieder aktiv ist, ein update:

    Ich habe den Motor letzten Winter bis Frühjahr neu aufgebaut.

    0,4er Übermaß musste leider sein. Ziemlich viel neu, z.B.:

    Kolben, Kolbenbolzen, Pleuel (hatten Haarrisse im KW-Lagerbereich), alle Ventile, ein Sitzring, NW, Tassen unter Stößeln, Steuerkettensatz, alle Dichtungen, KW- und Pleuellager, NW-Stirnlager, Wapu, Ölpumpe und Zwischenwelle, Riemen, Kupplung, Achsmanschetten,...

    Läuft jetzt wieder. Auffallen war ein lautes Heulgeräusch beim Lauf zu Anfang. Ein paar Kollegen haben sich das angehört und gemeint es sei normal. Das hat sich aber mittlerweile stark gebessert.

    Lg

  • Läuft jetzt wieder. Auffallen war ein lautes Heulgeräusch beim Lauf zu Anfang. Ein paar Kollegen haben sich das angehört und gemeint es sei normal. Das hat sich aber mittlerweile stark gebessert.

    hallo markus,

    das hatte ich auch, als der motor frisch aufgesetzt war - beim mir war es eher eine mischung aus "jaulen & knurren". hat sich mit den kilometern dann gegeben. hab irgendwo sogar noch ein video davon...


    grüße chris