Messinglot

  • Hallo Guten Abend,

    habe das Frontblech vom 132er Rausgetrennt und dabei Gesehen das an den "oberen Enden" Links und Rechts kurze Stücken Nähte mit Messinglot waren, dabei ist mir Eingefallen das in meiner Lehrzeit der Karosseriebauer auch Nähte mit Messinglot Gezogen hat.

    Ist das Zwingend Notwendig ? Ich Vermute eher Nicht oder ? Muß auch echt Zugeben bin aus dem PKW Bereich Zuuuu Lange Raus.

    ...und für 2x50mm will ich Keine Gasflaschen und Brenner Kaufen.

    Danke für Eure Antworten.


    Gruß

    Andreas

  • servus andreas,

    hier wäre das stichwort die "selbsttragende karosserie"...

    bei geschweißten (vorder-)kotflügeln sind die kotflügel ein "fester" bestandteil der selbsttragenden karosserie. im späteren zeitalter der karosserieentwicklung und den festeren vorderwagenauslegungen konnte dann darauf teils verzichten, und hat die kotflügel "nur" angeschraubt.

    Ist das Zwingend Notwendig ? Ich Vermute eher Nicht oder ?

    die lötverbindung ist keinesfalls mit einer schweißverbindung gleich zu setzen, da schweißverbindungen nur punktuell wirken, und beim "arbeiten" des vorderwagens (verwindung der karosserie) über kurz oder lang ausreißen. den grössten kardinalfehler den man(n) machen kann, ist die länge der originalen lötnaht durch eine schweißnaht zu ersetzen. so eine schweißnaht ist in ihrer letztendlichen ausführung um längen härter/spröder. im fahrbetrieb reißt dann später das blech genau neben dieser schweißnaht...

    löten (fachmännisch ausgeführt) bietet da dann eine großflächige verbindung, die diese karosserieverbindung sozusagen "geschmeidig" hält.


    die "kunst" liegt nicht jedem (karosseriebauer). aufpassen muss man, dass das blech nicht zu doll erhitzt wird, da es sonst wärmerisse beim löten bekommt. in der nachbereitung ist es wichtig, dass man nur die lötnaht vorsichtig beschleift, und den materialabtrag auf dem blech so gering wie möglich hält! ...also eher dann final vorsichtig mit dem negerkeks (politisch korrekt: schleifvliesscheibe), als der flex-fächerscheibe. jeglige reste des flussmittels vom lötdraht müssen ebenfalls entfernt werden, möglichst auch innen (kleine sandstrahlpistole), sonst sind das widerum dann die schnellen (neuen) rostnester.


    good luck

    chris

  • Guten Abend,

    vielen Dank für Eure Antworten.

    Das war mir schon Irgendwie Klar das sich da jemand was bei Gedacht hat.


    Danke 128replica-101 Super Erklärung, komme leider nicht auf die "andere" Seite

    (Sandstrahler) und mit der Korrekten Hitze hätte ich da auch ein Problem müßte mich da wieder Reinfummeln.

    Da es ja Wirklich nur Gut 50mm sind, würde ein Gasbrenner vom "Goldschmied" der mit den 3 Buchstaben aus dem Baumarkt Ausreichen?

    Das der aus dem Baumarkt Spielzeug ist auch Klar und da wo ich Beschäftigt bin Frag ich Nicht, das wäre dann OT


    Nochmals Danke


    Andreas

  • andreas,

    ganz wichtig beim löten ist auch noch, ich hab's vorab eher nicht erwähnt, die saubere vorbereitung...

    d.h. es muss alles super sauber metallisch rein sein. kein u-schutz, der noch in der nähe irgendwo (innen) dranklebt und dann anfängt zu blackern... also im wärmebereich op-bedingungen.

    d.h. auch, dass man(n) nach vorbereitung & fixierung eigentlich nur einen versuch hat mit dem richtigen "händchen" das ganze zu löten, dreimal rangehen, und nochmal nachlöten wird dann meist ergebnisorientiert schei*e. gleiches gilt für die lötlampe, mit der man ggf. nicht richtige die temperatur erreicht, oder der wärmeeinwirkbereich zu groß...


    wann muss das denn passieren? ich bin ja auch aus berlin, könnte dir da unter normalen umständen ggf. unter die arme greifen, oder mir das ganze mal anschauen. ich bin aber derzeit erstmal gesundheitlich auf "slow down" gesetzt...

    grüße chris


    ps: es gibt/gab(?) auch mal hier in berlin freiberufliche karosseriebauer, die von firma zu firma fahren und da jobs erledigen. vielleicht wäre das eine alternative, bei der das nötige equipment gleich mit vorfährt.

  • so andreas,

    vielleicht stellt sich die sache für dich ja doch ganz entspannt da, ich hab dazu mal deine bilder genommen und sie gemarkert und die gedanken spielen lassen...


    wenn die lötnaht wirklich nur so lang war/ist, wie die jeweils gelbe doppellinie es in allen bildern andeutet, könntest das ganze m.a. auch vernachlässigen. ich vermute, dass es fertigungstechnisch nicht ohne größere umstände bei FIAT möglich war, den falz des frontblechs (bild 2) an die seitliche senkrechte fläche (dein gezeigter punkt mit der zangenspitze) mit punktschweißstellen zu versehen, und man dann einfach von oben eine kurze hartlot-kehlnaht ausgeführt hat.
    ...dazu natürlich noch die frage, ob nicht doch die ecke/das "ixel" (bild 3 "grüne pfeile") zwischen kotflügel & frontblech verlötet war, ähnlich meines bildes im beitrag #4 weiter oben...(?)


    wenn also da kein lot war, solltest du versuchen dann "einfach" zwei oder drei (lochpunkt-)schweißpunkte von innen/unten zu setzten, und den falz mit der seitlichen fläche verbinden. (bild 2 "rote punkte") ...also keinesfalls von oben eine kehlnaht in schweißausführung!

    abschließend dann später mit einer guten & dauerelastischen karosseriedichtmasse die ecke schon abdichten... (von oben und unten), und dabei von unten an einer ausgesuchten/geschützten stelle die dichtmasse für 'nen zentimeter weglassen, so dass später dann da noch die konservierung in den falz rein ziehen kann.


    good luck

    chris

  • Hallo!


    Ich glaube, dass am Band, bevor punktgeschweisst wurde, die Karosserieteile an der Karosserieschablone zusammengelötet wurden. Schön zu sehen bei meinem 128 Coupe.

    Da konnte man schön nachrichten und Falze dichtlöten.

    Lötstellen am Coupe sind überall dort wo es Spaltmaße einzuhalten gilt.

    Kotflügel-Frontblech,Kotflügel-Tür,Tür-Seitenteil-Heckblech, Dach-Seitenteil etc.


    Kehrmeister

  • Guten Abend, super Gemacht Chris, da wo die Gelben Linien sind war das Hartlot auch bei dem Bild mit den 3 Roten Punkten, da wo die Grünen Pfeile sind war nichts.

    Komme da mit dem Schutzgas von Innen/Unten nicht ran, zu wenig Platz. :wallb:


    Nochmals Danke an alle.

  • Komme da mit dem Schutzgas von Innen/Unten nicht ran, zu wenig Platz.

    andreas,

    ich hab's ja jetzt (noch) nicht im originalen gesehen... auf deinen bild mit deiner zangenspitze ist doch relativ luftig auch der reifen zu sehen...(?)

    wenn du, wie in meinem zweiten bild "rot gemarkert" in den falz drei kleine löcher bohrst (5-6mm) und dann im radkasten von der frontblechseite die drei gebohrten löcher mit dem seitenblech verschweißt.(?)

    ich vermute du hast keine bühne, dass man luftig unter'm auto stehend die sache vollbringen kann. wenn das gut vorbereitet ist, metallisch rein und etwas inox-schweißfarbe rauf, kann man solche punkte auch mal ohne schweißschirm mit "augen zu" setzen. schweißrüssel gut ausgerichtet auf das "loch" gehalten, und dann mit erfahrungswert die schweißdauer für den kleinen schweißpunkt verstreichen lassen...


    aber wie gesagt, ich hab jetzt hier natürlich nicht den blick für's ganze, und auch noch kein 132er frontblech eingesetzt.

    grüße chris

  • Guten Morgen,

    und so Sieht das von Innen aus, echt Schwierig da mit dem Brennerkopf rein bzw. zwischen zu kommen. Leider schlecht zu Erkennen, es Sieht zwar Platzmäßig gut aus aber ich muß nach ganz Links in die Ecke. (...wenn man das Bild Vergrößert da wo das Blech etwas Absteht)


    Euch allen ein schönes Wochenende.


    Gruß

    Andreas

  • naja andreas,

    ein zuckerschlecken wird das nicht, gerade wenn du keine bühne hast, oder es mal so schnell passieren soll. vom bild her würde ich sagen, dass es m.a. machbar ist, eine gewisse schweißroutine vorausgesetzt. das frontblech scheint ja, deinen bildern nach, von innen keine knotenbleche oder verstärkungen zu haben. wenn man es eher vom radkasten aus (also ohne hebebühne) schweißen wollte, kommt natürlich noch erschwerend die andere seite seiner eigenen rechts- oder linkshandigkeit dazu...

    grüße chris