Mein Abarth ..... Fragen und Wehwehchen

  • Hallo,


    es geht um den hier: Neu aus Pforzheim


    nach dem ich einiges habe machen lassen (Tank, Vergaser, Bremsen, Ventilspiel usw.) war eigentlich Abholung angedacht ......


    Die ersten Probefahrten liefen, ich sage mal, naja ....

    Anspringen gut

    im Kalten Zustand sehr deutliches Klappern (wird nach einiger Zeit weniger....)

    Bremsen .... mit permanenten ABS ... wurde aber deutlich besser nach einem weiteren Entlüftungsgang

    Leistung ist etwas da .... aber gefühlt sicher keine 70HP (er dreht nur unter Quälen an die 5000 ran )

    Normal ?? Ich hatte das anders in Erinnerung ist aber auch schon 30 Jahre her .... täusche ich mich ?


    Leider habe ich auf Grund von Ölverlust die Abholung (600km) nicht angetreten ....


    Bin jetzt am nachdenken, was tuen und bin gespannt auf eure Meinung


    Grüße Stefan

  • moin stefan,

    um hier tiefer einsteigen zu kommen, fehlt einfach die defintion für "machen lassen"... gerade vor dem hintergrund, dass es auch immer noch einen nicht zu vernachlässigen ölverlust gibt.
    wenn das schätzchen nach deinen aussagen nicht so will wie du dachtest, würde ich mit deinen informationen erstmal auf folgende punkte tippen bzw. nachhaken, wie tief da eingestiegen wurde:

    1. stichwort vergaser: wenn da über jahre der alte sprit drin stand, kann das eine oder andere "kanälchen" einfach "zuwachsen", da hilft dann nicht mal ein ultraschallbad zur reinigung.
    2. stichwort korrekte steuerzeiten: da du den wagen ja gerade erst übernommen hast, wer war da vorher dran und hat sich schon probiert? könnte also m.u. auch mit deinem klappergeräusch zu tun haben, das frisch eingestellte ventilspiel mal als "ok." aussen vor gelassen... wurde auch mal ein kompressionstest durchgeführt? korrekte zündeinstellung setze ich ebenfalls voraus.
    3. stichwort bremse: vermutlich hat dein fahrzeug auch einen bremskraftregler... wurde beim entlüftvorgang (gerade auf der hebebühne) das gestänge des bremskraftreglers durch aushängen und hochdrücken bis in einbaulage (oder ggf. ein stück'l höher) gebracht? wenn nicht, kommt hinten nicht die volle bremskraft an, und läßt sich somit nicht gänzlich/gut entlüften. meiner meinung nach zum bremsenentlüftungsgerät immer noch mit einem zweiten mann am pedal entlüften.

    ...letztendlich ist aber die bremsleistung vs. der bremsdruck nicht zu vergleichen, wenn du im richtigen leben einen wagen baujahr 2015 o.ä. fährst.


    beste grüße

    chris

  • moin stefan,

    um hier tiefer einsteigen zu kommen, fehlt einfach die defintion für "machen lassen"... gerade vor dem hintergrund, dass es auch immer ................

    1. stichwort korrekte steuerzeiten: da du den wagen ja gerade erst übernommen hast, wer war da vorher dran und hat sich schon probiert? könnte also m.u. auch mit deinem klappergeräusch zu tun haben, das frisch eingestellte ventilspiel mal als "ok." aussen vor gelassen... wurde auch mal ein kompressionstest durchgeführt? korrekte zündeinstellung setze ich ebenfalls voraus.
    2. .....................................................

    beste grüße

    chris

    Aus meiner Erfahrung möchte ich anmerken, dass mind. 75 % aller lange gelaufenen 70Hpler eine defekte Nockenwelle haben............................da nutzt auch ein Einstellen der Ventile nix mehr!

    Und der Abrieb muß durch die Ölpumpe..........die wird dann auch langsam platt im Druck und in der Menge .....und die Schmierung der Lager........

    ...da tun sich Rattenschwänze an Problemen auf!

  • Super, da haben wir ein paar Anhaltspunkte:


    - die Vergaser dürften jetzt nicht das große Thema sein, die hatten wir komplett auseinander und alles tip top wieder zusammengebaut

    - Zündung korrekt eingestellt, Kerzen geprüft ...sollte passen

    - Ventilspiel geprüft und eingestellt


    was bleibt:

    - Druckverlustprüfung

    - Kompressionstest

    - Steuerzeiten (auch max Hub = Verschleiß)


    hatte ich so nicht auf dem Schirm .... mal sehen wie ich das anpacke.


    Mit den Bremsen ... der Tipp dürfte goldwert sein, da wir nur entlüftet haben, und den Bremsdruckregler (der da ist!) gar nicht beachtet hatten ......


    Grüße Stefan

  • ..., dass mind. 75 % aller lange gelaufenen 70Hpler eine defekte Nockenwelle haben............................da nutzt auch ein Einstellen der Ventile nix mehr!

    Und der Abrieb muß durch die Ölpumpe..........die wird dann auch langsam platt im Druck und in der Menge .....und die Schmierung der Lager........

    ...da tun sich Rattenschwänze an Problemen auf!

    das klingt mit dem klappergeräusch zusammen in sich passig, da könnte der hase im pfeffer liegen. einzig bei der vollzogenen ventileinstellung hat man ja eigentlich die nockenwelle (incl. verschleißansätze) in jeglicher lage vor der nase, und somit vor den augen...(!?)

    es bleibt also spannend.

    grüße chris

  • ...es gibt Sachen die arbeiten im Verborgenen.....oder auch nicht!

  • ...na gut....es stößelt halt was neben dem Kipphebel (...und ich seh das eh nur mit halbem Geäug...)


    Aber damit ergibt sich noch nicht der Zustand der Nockeln auf der Welle .....die sitzen viiiiel tiefer!


    ...und achte mal auf den 1. Stehbozen der Kipphebelwelle .....ich mein der schaut a bisserl weit raus - kann mich auch täuschen (Begründung siehe im ersten Satz....)

  • ...nicht ganz: Es ist die Stößelstange!

  • Hallo Stefan,

    das die Stösselstange vom Einlassventil 3. Zylinder daneben steht, sieht man. Das lässt sich auch leicht korrigieren. Das E-Ventil an der Kipphebelspitze herunterdrücken und die Stösselstange unter den Kugelkopf der Einstellschraube schieben. Dabei darauf achten, dass der 3. Zylinder auf Überschneidung steht, um Platz für das Herunterdrücken des E-Ventil über dem Kolben zu haben. Wenn also die aus dem Tritt gekommene Stösselstange des E-Ventil ganz leicht anfängt sich zu heben, bzw. die Stößelstange des A-Ventil ganz heruntergefahren ist, weil dann der Kolben 3. Zylinder im UT steht. Zuvor die Kontermutter der Einstellschraube lösen und die Einstellschraube zurückdrehen, das erleichtert die ganze Aktion. Ventilspiel mit 0,3 mm einstellen. Dann Motor ohne Zündkerzen mit Anlasser durchdrehen und beobachten was der Ventiltrieb so macht. Wenn du eine Messuhr hast, dann messe doch den Hub deiner NW, ob der auf allen Nocken ziemlich gleich ist.


    Es stellt sich aber die Frage, warum ist das passiert, dass die Stösselstange mit ihrer Pfanne unter der Kugel der Einstellschraube weggekippt ist ? Drei Gründe kommen dafür in Frage. Erstens, den Motor kurzzeitig überdreht. Zweitens, das Einlassventil hat kurzzeitig festgehangen. Drittens, der Kipphebel hat sich auf der Kipphebelwelle festgefressen und ist blockiert, was aber relativ unwahrscheinlich ist, weil die Kipphebelwellen sehr oft stark an der Unterseite eingelaufen sind und sich das Laufspiel der Kipphebel so sehr vergrößert, dass ein Klemmen derselben kaum vorkommt.


    Auffällig sind die großen Nachstelltiefen der Einstellschrauben an den Zylindern 2-4, ganz im Gegensatz zu denen am 1. Zylinder. Das könnte auf einen fortgeschrittenen Verschleiss der Stösselbecher oder der Nockenwelle hinweisen. Ferner steht der 1. Stehbolzen der Kipphebelwelle verdächtig hoch aus dem Kopf heraus, bzw. ist das freie Gewinde über der selbstsichernden Mutter ungewöhnlich hoch anzusehen. Meisten ein Hinweis darauf, dass der Bolzen mit einem zu hohen Anzugmoment angezogen worden ist und sich das Gewinde im Zylinderkopf langsam verabschiedet. Kein seltener Fall. Hat da jemand mal am Kopf herumgefummelt ?


    Berichte mal über deine Versuche der Reanimierung.


    Gruss ABARTH-Klaus

  • zur Ergänzung des Beitrages von Klaus:


    Es ist ratsam die herausgerutschte Stößelstange zunächst ganz raus zu nehmen und auf mögliche Verbiegung prüfen!

    Wie?

    ....einfach auf einer planen Fläche rollen lassen, dann sieht man es deutlich

  • Völlig richtig ergänzt von speedy. Wenn die Stösselstange eine Biegung hat (Knickfall nach Euler), dann gilt es die Ursache festzustellen. Worst case ist ein Ventilaufsetzer auf den Kolbenboden, was meist mit einem krummen/schrägen Ventilteller endet - oder Verklemmen des Ventilschaftes in der Ventilführung, infolge dessen es zu dem Führungsverlust der Stösselstange kommen konnte. Dazu in jedem Fall die Kompression auf allen Zylindern, mit voll geöffneter Drosselklappe, messen. das Diagramm dürfte in diesem Fall dann Bände sprechen.

    Viel Spass beim Schrauben

    Klaus

  • Moin,


    die ausgehängte Stößelstange ist beim Ventilspiel einstellen aufgefallen, und natürlich geprüft worden.

    Da der Verteiler runter mußte, ist da auch noch eine Unterlegscheibe auffällig geworden, die da eigentlich nicht hin gehört ....


    Es sieht wohl danach aus, als ob da schon einiges dran geschraubt wurde. Eure Analysen kann ich voll unterschreiben, auch wenn mir das nicht unbedingt Freude bereitet.

    In solchen Fällen bin ich ruckzuck bei der großen Lösung: Motor/Getriebe raus und einmal alles schick .... nur habe ich zur Zeit zu viele Baustellen, und auch nicht wirklich Lust darauf.

    Mal schauen wo die Reise hingeht.


    Grüße Stefan

  • Hallo,

    habe mal wieder probieren lassen an dem kleinen Wägelchen ....war leider eher enttäuschend, dazu jetzt ein paar Fragen:


    - schaut´s euch mal das Bild oben vom offenen Ventiltrieb an, so ähnlich siehts aus wenn der Motor nach längerer Laufphase abgestellt wird und über den Öleinfüllstutzen endoskopiert wird, will sagen, das ist doch viel zu wenig Öl .... ???

    - wenn ich recht habe, dann dürfte die Bohrung in der Kipphebelwelle zu sein, welche Schäden sind dann noch zu erwarten ?


    Demnächst hole ich das Wägelchen in die heimische Garage ... im Vorfeld möchte ich grob einschätzen welche Arbeiten zu leisten sind ....


    Grüße Stefan

  • Die Sorge über er zu wenig Öl oben, bzw. evtl. verstopfter Kipphebelwelle hatte ich bei mir nach der Motorrevision auch. Ich dachte auch da kommt nichts oder zu wenig an. Habe dann den Motor bei abgenommenem Ventildeckel gestartet und nach 20 Sekunden konnte man das Öl aus den Kipphebellagern (die kleinen Bohrungen) austreten sehen. Alles in Ordnung also. Das Öl tritt aber nur aus und spritzt nicht. Es läuft auch direkt wieder ab. Da das Öl bei mir neu war, konnte man es durch den Öleinfüllstutzen auch nicht sehen, da der Ölfilm so dünn und transparent ist. Ich schlage vor den Motor ohne Deckel mal laufen zu lassen. Nur drehen mit dem Starter ist zuwenig, da kommt gar nichts.


    Übrigens: ich hatte den Motor vor dem Einbau lange mit der Bohrmaschine auf relativ hoher Drehzahl gedreht. Da kam auch kein Öl oben an. Abbi meinte dann ich soll ihn einbauen und starten. Es würde ewig dauern bis da oben was ankommt. So wars dann auch.

  • Muß dazu sagen, dass er sich mechanisch nicht sooo gesund anhört ....


    Wir haben den Motor gut warm laufen lassen Öltemperatur war deutlich über 70° abgestellt, dann Endoskop rein und nur wenig ...ganz wenig Öl oben am Kopf ....

    Ventildeckel haben wir nicht abgemacht weil da ja Vergaser / Verteiler runter muß ..... und die Dichtung schon hingepfrimmelt war ......

    Mein derzeitiger Plan ist Auto holen, Alles runter und guggen ....oder Motor/Getriebe raus und gleich von oben bis unten alle Probleme beseitigen ....


    Grüße

    Stefan

  • Ich habe schon paar 70 HP motoren zerlegt, die übeltäter sind meisten eine stark eingelaufene Kipphebelwelle und die Nockenwelle haben meist 1 oder 2 Nocken abgefressen dann auch natürlich die Stösseltassen. Mittleres Hauptlager der KW durch..... Auch mit kilometer weit unter 100000 km.

    Am besten komplett zerlegen und neu aufbauen