Lancia Beta 1600 - Leerlauf

  • Hallo!

    Nachdem mich gestern kurz vorgestellt habe, melde ich mich heute gleich mit dem ersten Problem:


    Ich habe einen Lancia Beta HPE 1600 von 1977. Der Wagen war 10 Jahre stillgelegt, wurde letzten Herbst wiederbelebt, ist seitdem aber noch keine 10km gefahren.


    Aktuell bekomme ich den Leerlauf überhaupt nicht eingestellt. D.h. er ist so niedrig, dass der Motor sofort ausgeht, wenn ich vom Gas gehe.

    Mit Gas springt er gut an, wenn ich versuche die Drehzahl zu halten geht das für ein paar Sekunden, dann sinkt sie schnell ab und der Motor geht aus.

    Als ich den Wagen von der Werkstatt geholt hatte, habe ich festgestellt, dass die Standgasschrauben am Vergaser (warm und kalt) beide fast bis zum Anschlag reingedreht waren, die CO- Schraube hingegen 5 volle Umdrehungen raus.

    Das kann doch nicht annähernd korrekt sein, oder?

    Schwimmernadelventil und Rücklauf waren ok. Mein Verdacht ist Falschluft und dadurch starkes abmagern.


    Mittlerweile habe ich den Vergaser komplett zerlegt und Ultraschall gereinigt.

    Zudem die Dichtung und Isolierplatte zum Ansaugkrümmer getauscht. Ebenso den Unterdruckschlauch zum Bremskraftverstärker.

    Das hat nichts geändert.


    Im Prinzip fühlt es sich so an, als ob der Motor nach einem Gasstoß kurz weiterläuft (vielleicht mit dem Sprit der Beschleunigungspumpe), dann aber schnell die Drehzahl und er abstirbt.


    Ist Falschluft für so ein Verhalten eine plausible Erklärung oder kann das auch an etwas anderem liegen?

    Bevor ich jetzt die Mühe mache und auch noch die Krümmerdichtung der Ansaugung tausche, wollte ich mal fragen, nach was ich noch, oder zunächst schauen sollte.

    Zündung sollte ok sein, da eigentlich alle Teile neu (Spule, Kabelsatz, Kondensator, Unterbrecher, Finger, Kappe, Kerzen).

    Tank wurde gereinigt und Benzinfilter (zwischen Pumpe und Vergaser) sieht sauber aus. Ebenso das Sieb im Vergaser.


    Freue mich über jeden Tipp und Hinweis!


    Grüße, Florian

  • Hi Florian, Vergaser einstellen ist doch ein schönes Hobby, oder?^^


    Erstmal ein paar Gegenfragen:


    1. Was für einen Vergaser genau hast du verbaut? Ein Registervergaser von Weber? - und ist es noch das Original? Hier im Forum finden sich diverse Reparatur- und Einstellanleitungen, nach denen man vorgehen kann.

    2. Hast du die Einstellungen an den diversen Stellschrauben verändert? Wenn "ja" - mit welchem Erfolg? (Wenn "nein": warum nicht?^^)


    Bilder sagen manchmal mehr als 1000 Worte... ;)

  • Hi und danke für deine Nachfragen!


    Verbaut ist noch der originale Weber Register 34DATR. Die Bedüsung ist laut Handbuch korrekt.


    Über die Anleitungen zum Einstellen bin ich überhaupt auf dieses Forum gestoßen und ich hab auch versucht sie umzusetzen, aber eben ohne Erfolg.


    Verstellen der Leerlaufschrauben scheint nichts zu ändern. D.h. selbst wenn ich sie bis zum Anschlag reindrehe (wonach die Drehzahl ja deutlich angehoben sein müsste) tut sich nix. Ohne Gasstöße geht der Motor nach wenigen Sekunden aus.


    CO-Schraube scheint ebenfalls kaum etwas zu ändern. D.h. es ist egal ob sie z.b. 5 volle Umdrehungen raus- oder reingedreht ist. Der Motor verhält sich immer gleich.


    Ich frage mich, ob es außer an Falschluft evtl doch an Spritmangel im Vergaser liegen könnte? Schwimmernadelventil ist zwar ok und Schwimmerstand sollte auch passen. Aber kann ich irgendwie mit einfachen Mitteln die Fördermenge und den Druck der mechanischen Benzinpumpe überprüfen?

    Oder gibt es einen Filter zwischen Tank und Pumpe der verstopft sein könnte?


    Beste Grüße, Florian

  • Ich habe bei meinem Ritmo einen ganz ähnlichen Vergaser verbaut (34 DMTR).

    Wenn sich beim Drehen an den Einstellschrauben nichts verändert, würde ich - wenn sonst alles geprüft ist - auf weiterhin verschmutzte Düsen tippen. Mit Ultraschallbädern habe ich persönlich schon schlechte Erfahrungen gemacht, das ist manchmal nicht wirksam genug.

    Wenn du die Leerlaufeinstellschraube ganz hineindrehst (mit viel Gefühl - empfindliche Spitze!) sollte der Motor eigentlich ausgehen - oder bin ich da falsch? Ganz hinein drehen und dann 1,5 Umdrehungen wieder heraus. Dann das Gemisch einstellen bis der Motor rund läuft und der CO-Wert passt - dann die Schraube verstellen bis die Leerlaufdrehzahl passt.


    Auf Undichtheiten im Ansaugtrakt darf man natürlich nicht prüfen, indem man einen Schuß Bremsenreiniger draufsprüht und dabei die Drehzahl beobachtet....ist brandgefährlich (funktioniert aber ^^) ;)


    Anbei 2 Dokumente die ich mir selbst irgendwann hier aus dem Forum gespeichert habe - würde sie gerne im Original verlinken, finde sie aber gerade nicht. Auf jeden Fall vielen Dank an die Original-Poster.

  • Kurzes Update (erst jetzt, da ich nur alle paar Wochen mal zum Beta komme):

    Als erstes habe ich den Unterbrecher nochmal gecheckt und Kontaktabstand eingestellt (0,4mm).

    Als der Motor mit Hilfe von Choke (eigentlich ja Handgas) kurz lief, den Vergaserflansch mit Starthilfespray auf Undichtigkeit geprüft. Drehzahl ging bei jedem Sprühstoß etwas hoch.

    Also Vergaser nochmal ausgebaut und den Fuß abgezogen (auf planer Fläche) bis alles glatt und eben war.

    Düsen ausgeschraubt und alles mit Vergaserreiniger eingesrpüht und mit Druckluft durchgepustet.

    Vergaser wieder eingebaut.

    Zündzeitpunkt statisch mit Prüflampe eingestellt (10⁰ vor OT).


    Motor springt nur an, wenn ich Gas gebe.

    Bei erhöhter Drehzahl lief er diesmal aber weiter (Handgaszug gezogen und festgestellt)!

    Wenn ich Starthilfe in die Ansaugung des Vergasers sprühe geht er aus (säuft ab?).

    Bei Drehzahl unter 1000 geht er ebenfalls gleich aus. CO-Schraube war 2,5 Umdrehungen rausgedreht.


    Muss das Vergasereinstellen eigentlich mit oder ohne Luftfilter und -kasten durchgeführt werden? Mit Kasten ist es ja fast unmöglich an die Schrauben ranzukommen.


    Nächstes Wochenende würde ich gerne weitersuchen, aber langsam gehen mir die Ideen aus. Benzinfilter werde ich mal zur Sicherheit noch tauschen. Ich habe immer noch den Eindruck, dass er zu wenig Sprit bekommt.


    Hat jemand vielleicht noch Ideen?


    Gruß, Florian

  • Danke für den Hinweis! Das hatte ich bisher nicht verdächtigt.

    Hatte nur mal geschaut ob dort 12V ankommen aber nicht getestet, ob es wirklich schaltet. Schau ich mir am Wochenende an.


    Für den Fall, dass es defekt sein sollte: Könnte ich es einfach rausschrauben und das Loch mit einer passenden Schraube verschließen? Oder handele ich mir damit andere Probleme ein?

  • Wieder ein Update und gute Nachrichten:

    Leerlauf Abschaltventil habe ich mir angesehen. Das schaltet einwandfrei. Zur Sicherheit hatte ich trotzdem eines bei dem bereits der bewegliche Stift fehlte (aus einem Schlacht-Vergaser) eingebaut.

    Das hatte aber keine Veränderung gebracht.


    Eher aus Verzweiflung habe ich dann noch den Benzinfilter (zwischen Pumpe und Vergaser) gewechselt und die Leerlaufdüsen aus dem zweiten Vergaser eingebaut. Und damit lief er auf einmal!

    Leerlauf nich etwas hoch bei knapp über 1000 U/Min. aber ich konnte problemlos ca. 1km fahren.

    Für mehr war dann leider keine Zeit mehr. Aber in ein paar Wochen versuche ich mich dann nochmal an der Einstellung.


    Bleibt nur die Frage ob es nun am Filter oder den Düsen lag? Werde ich noch herausfinden.