Fiat 600D Einstellung Vorderachse Nachlauf

  • Hallo Abarth-Klaus,

    An der Befestigung vom oberen Querlenker sind hinter dem "Knochen" Einstellscheiben für Sturz und Nachlauf.

    Sturzeinstellung ist klar.

    Aber Nachlauf: wo müssen mehr Einstellscheiben rein , in Fahrtrichtung an der vorderen Schraube oder an der Hinteren ?

    Wie kann ich mit einfachen Mitteln den Nachlauf kontrollieren?

    Bin mir nicht sicher, ob das alles vom Vorgänger richtig montiert wurde.

    Grüße

    Jürgen

  • servus jürgen,

    generell - um den nachlauf brauchst dir erstmal keine sorgen machen, wenn du es richtig gut machen willst. bildlich gesehen sollte deine achshälfte schräg, wie eine fahrradgabel "unten nach vorn", stehen - siehe bild.

    du wirst nicht drum rum kommen, es erstmal nach "schnauze", oder wie vorher verbaut zusammenzubauen. dann die grobe grundeinstellung der andere einstellungen "spur/sturz & ggf. auch mal den radstand links rechts" prüfen/einstellen, und dann erstmal fahren...

    grundeinstellungen werden grundsätzlich an der hinterachse begonnen, falls da bei dir was einzustellen geht, sonst hast du ggf. im geradeauslauf "vier spuren im schnee". ob schon die hinterachse in der radstellung gerade zur karosserie steht, kannst du mit technischen hilfsmitteln einfach prüfen, z.b. eine gerade(!) messlatte in seitlicher auflage an den hinterrädern zum schweller richtung b-säule hin.


    gerade nach generalüberholungen und/auch blattfedern an bord, muss man dann erstmal fahren und möglichst das fahrzeug der hebebühne fern halten, damit sich das fahrwerk "setzen" kann. nach geraumer zeit, oder 500-1.000km, dann mal eine optische achsvermessung zur finalen messwert-bestandsaufnahme durchführen, ohne den karren vorher aufzubocken/anzuheben!

    für die vermessungbude einfach ansagen, bitte nur eine eingangsvermessung ohne einstellen, sonst haben die neuzeitlichen kollegen "angst", da irgendwelche scheiben stecken zu müssen, oder schon dollarzeichen in den augen.


    ...in deinem handbuch sollte ggf. auch stehen, wie eine meßscheibe (dicke vermutlich 0,5mm?) dann den nachlauf verändert, siehe deinen screenshot. mit den messdaten kannst du dann zu hause die achse neu mit den scheiben umbestücken. ...und ja man(n) könnte auch geschlitzte/offene scheiben bei vermessen umsetzen, dann musst du den karren aber aufbocken, und die messung ist final wieder nicht genau.


    good luck

    chris

  • Wenn ich mich richtig erinnere, muss man zur Bestimmung des Nachlaufs den Sturz bei in einem in bestimmten Winkel eingeschlagenen Rädern messen und diesen mit dem normalen Sturz bei Rädern geradeaus verrechnen. Das mache ich nicht selber, Vorspur und Sturz schon.
    Wenn man das wirklich will, kriegt man das aber bestimmt hin, man muss dann eben den Lenkeinschlagwinkel auch halbwegs genau messen.

  • Hallo Chris,

    vielen Dank für deine Ratschläge und den Anhang!

    So werd ich es machen: erst grob einstellen, dann mal fahren und danach kontrollieren.

    Sturz kann ich mit der Sturzwaage messen, die Vorspur mit Linealen (hab ich mir schon für meinen MG gemacht, weil die Spurbreite dieser alten kleinen Fahrzeuge nicht für die elektronische Achsvermessung passen).


    Der Nachlauf wird durch die Schrägstellung des Achsschenkels dargestellt - so steht es auch im Handbuch.

    Erklärt wird, wie die Einstellscheiben sich auf den Nachlauf auswirken ( wo muss ich unterlegen, damit der Winkel ändert) - aber nicht, wie ich ihn messen kann!


    Hallo "Querlenker",

    das mit der Berechnung des Nachlaufs aus Lenkwinkel klingt interessant - frag mich nur, wie funktioniert das?


    Viele Grüße

    Jürgen

  • Durch eure Beiträge kam ich auf die Idee, mal KI zu bemühen.

    Der Nachlauf kann gemessen werden, wenn man das Rad um je 20° dreht aus der Fahrtrichtung dreht und den Sturz misst. Der Nachlauf ist dann: Sturzdiff x 1,5 , näherungsweise.


    Gut ist es auch in diesem Video erklärt:

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    Ich versuch es mal!

    Gruß

    Jürgen

  • Jürgen,

    Versuch macht klug... :thumbup:

    Wenn du das kleine Besteck dafür hast, wie Gelkissen oder "Rutschplatten", einen glatten ebenen Fußboden kannst du es probieren, so wird zumindest die erste Grobeintellung besser als gut.


    Ich hab's immer mit der Eingangsmessung beim Vermesser gemacht, sollte sich noch im zweistelligen Euronenbereich abspielen. Voraussetzung ist natürlich, dass da widerum eine helle Kerze am Vermessungsstand arbeitet und nicht gerade die Urlaubsvertretung.


    Gib mal Bescheid wie's läuft...

    Grüße Chris

  • Hallo Chris,

    Inzwischen hab ich die oberen Querlenker mind.15 mal ein und ausgebaut.

    Ich habe 2 Varianten: eine höherlegung von H.Feyl und eine Lösung, die ich von Abarth-Klaus gekauft habe.

    Bei der ersteren musste ich die Querlenkerarme aus Blech ausschneiden, weil sich Berührpunkte mit dem Dämpfer und den Querlenkerbefestigungen ergeben haben.

    Die stabilen Alufrästeile haben auch ihre Tücken. Die 126er Blecharme musste ich ausschneiden, weil sich Interferenzen mit den Schmiernippeln und Bremsentlüfterschrauben ergeben haben.

    Nun hab ich 1° negativen Sturz links und 2° neg. Sturz rechts. Gewünscht ist aber 0° oder max. 0,5 neg. - auf beiden Seiten!

    Ich hab auch rausgemessen, dass die Blattfederaugen nicht exakt den gleichen Abstand zur Mitte haben ( Fertigungstoleranzen?) - muss wohl damit leben.

    Um auf den gewünschte Sturzwinkel zu kommen, muss ich die Alu-Frästeile an der Befestigung um ca. 3 mm tiefer senken, denn ich muss Abstandsplatten hinterlegen .

    Dauert wohl noch ein paar Wochen....

    Gruß

    Jürgen

  • moin jürgen,

    grundsätzlich ist die Fiat 600 vorderachse kein heimspiel für mich, meine erfahrungswerte incl. umsetzug von fahrwerksmodifikationen sind eher nur rudimentär.

    was mir auf deinen bildern zumindest auffällt, kann aber auch eine optische täuschung sein, dass das rechte rad (beifahrerseite) einen leichten lenkeinschlag aufweist(?), oder deine vorspur deutlich zu positiv ist...?


    der halblaie würde jetzt fragen, ob man(n) die blattfeder nicht (links/rechts) drehen könnte, oder besser noch ein stichwort: "panhadstab blattfeder"

    z.b. im beitrag #6 von klaus:



    es bleibt also spannend.

    chris

  • Chris, der o.a. Thread von Klaus Kleber hat mich angestossen, das mit dem Tieferlegen mal zu probieren.

    Die o. abgebildeten "Knochen" stammen von ihm. Meine gebr. Blattfeder ist die in dem Thread von Pille gezeigte - hab sie von ihm. Die Sprengung müsste stimmen.

    Was ich nicht habe, ist die gezeigte Höherlegung des unteren Augpunktes des Achsträgers. M.E. wird das dann zu hoch.


    Ich bin in Kontakt mit 2 Leuten die das schon mal so verbaut haben. Das sollte ich doch auch hinkriegen.


    Gruß

    JS

  • Na, gut.

    aber keine Kritik.

    Blattfeder konnte in den neuen Gummis zentriert werden, aber 5 mm Differenz Auge zur Mitte rechts und links bleibt. Ist wohl Toleranz der Augenposition.

    Sturzeinstellung mit den originalen Blechdistanzblättchen. Auf einer seite einen anderen Querlenker genommen, der etw. kürzer ist.

    Dann hats geklappt.

    Aber glasklar ist, dass absolut symetrisch besser wäre ! Vielleicht kann oder muss ich später noch was ändern, wenn ich weiß wie.

    Mal sehen wie sich das fährt, denn die Sturzänderung beim Einfedern könnte leicht unterschiedlich sein.


    Das ist mein zweiter 600 D - bei beiden waren Unterschiede im Maß vom Radausschnitt bis zum Boden von ca. 1 cm. Unfallschäden nicht erkennbar.

    Der Radsturz hat bei keinem der Fahrzeuge gestimmt (vgl. m. Werksvorgaben). Vielleicht waren die Karossen auch nicht alle maßlich akkurat ?

  • Gut möglich!

    Mein MG Roadster Bj.67 hatte auch ein schiefes Fahrwerk.

    Ich hab 3 Jahre gebraucht, bis ich die Vorderachse beim Sturz auf die Werkseinstellungen gebracht habe.

    Und die Blattfedern der Hinterachse waren auch im Augenabstand 2-3 cm unterschiedlich.

    Durch Zufall fand ich Federn mit unterschiedlichem Augenabstand - dann war er auch hinten waagerecht.

  • Ich glaube Autos waren früher so.

    Besonders billige italienische.

    Jürgen, außerhalb des Protokolls... Bitte nicht fragen wie mein serbischer Bohneneintopf auf der Fertigungsstrecke "zusammengebraten" wurde. Da war eigentlich alles schief, drunter & drüber. Ich hab gezaubert wo's ging, im Ergebnis passt's besser als gedacht.

    Die Bilder zeigen z.B. die anfänglichen Abweichungen, diagonal gemessen von Querlenkeraufnahme hinten links nach vorn rechts, und umgekehrt.