So Mancher hat bestimmt schon mal darüber nachgedacht, seine H4-Funzel durch eine LED zu ersetzen.
In der letzten Woch hatte ich die Möglichkeit zwei Varianten zu testen.
Einmal die Philips Ultinon Pro6000 Boost gen2 und die Osram Night Breaker LED Vintage H4.
Beide haben eine Straßenzulassung für Fahrzeuge, die in der Kompatibilitätsliste stehen
Obwohl der Dedra da nicht drin ist, habe ich mal einige Testkilometer gewagt.
Der Wechsel auf Philips ist denkbar einfach. Da sie keinen externen Kühlkörper hat, ist der Tausch nur ein Lampenwechsel.
Die Osram baut tiefer, durch den hinteren Kühlkörper. Da kann es schon enger werden. Zum Glück hat der Dedra flexible Gummitüllen, die mit etwas Kraft über den Körper
bezogen werden müssen.
Hier muß erst der H4-Befestigungsring montiert werden.
In diesen wird dann der LED-Körper gesteckt und verriegelt. Dann Stecker ran und fertig.
Bei den normalen H4 Lampen habe ich nicht gespart, da nutze ich seit Jahren Philips X-tremeVision und bin zufrieden.
Während der Tests habe ich nach jedem Lampemwechsel die Scheinwerfer eingestellt, so waren die Vorraussetzungen gleich.
Durch das gute Herbstwetter konnte ich alle Leuchtmittel auch bei Trockenheit, Nässe und Regen testen.
Die Osram ist speziell für Oldtimer entwickelt worden und hat ein sehr warmes, H4-ähnliches Licht. Es ist nicht/kaum zu erkennen, Dass eine LED verbaut ist.
Nach dem Einstellen ist mir aufgefallen, dass der rechte, nach oben abknickende Teil des Lichtkegels sehr weit nach oben geht.
Bei der Philips LED und Lampe ist er etwa gleich.
Beim Fahren mit der Osram hatte ich den Eindruck, dass der äußere Rand des Lichtkegels weißer ist, als die Mitte.
Das heißt, alles was sich am Rand befindet, wird sehr gut angeleuchtet. Der weiter ausgeführte rechte Lichtkegel neigt sogar eher zur Blendung durch reflektierend Verkehrszeichen. Dieses fällt so extrem auf, weil das Licht vor dem Auto ganz schön dunkel ist.
Bei Trockenheit geht es noch. Aber bei nasser Fahrbahn sind Markierungen darauf kaum zu erkennen. Da können nur eingeschaltete Nebelscheinwerfer helfen.
Da sind die H4-Lampen deutlich besser.
Die Philips-LED hat das typische Kaltweiss. Auch sie leuchtet die Ränder und die Ferne toll aus. Bei trockener Fahrbahn ist der Nahbereich vor dem Auto gut und bei Nässe mit der H4- Lampe vergleichbar.
Einen großen, bauartbedingten Unterschied zwischen den LED´s gibt es noch. Die Osram-Lampe hat einen außen liegenden Kühler. Dadurch ist der Scheinwerfer immer kalt.
Das bedeutet, dass bei Nieselregen oder starkem Nebel die Scheibe des Scheinwerfers außen beschlagen ist. Bei starkem Schneefall oder Frost wird er einfach zufrieren.
Die Philips-LED hat den Minilüfter im LED-Gehäuse und kühlt dieses durch das Zirkulieren der Luft im Scheinwerfer. Die warme Luft wird im hinteren Teil des Gehäuses angesaugt und an die Streuscheibe geblasen. Dadurch wird die Scheibe warm und die Lüft gekühlt.
Als letztes muß noch ein Unterschied im Lichtkegel zwischen LED und H4 erwähnt weren.
Der Lichtkegel der LED´s wirkt wie ausgeschnitten, mit einem klar erkennbarem Rand. Dadurch sieht man eine scharfe Hell-Dunkel-Grenze.
Bei H4 verläuft diese Grenze weicher, was auch Dinge außerhalb des definierten Lichtkegels etwas erleuchten läßt und angenehmer wirkt.
Schaut man von Vorne auf die Scheinwerfer, liegt die H4-Lampe, von der Helligkeit her, zwischen der kaltweissen Philips-LED und der warmweissen Osram-LED.
So ergibt sich für mich eine klare Reihenfolge im Test.
1. Philips Ultinon Pro6000 Boost gen2
2. Philips X-tremeVision
3.Osram Night Breaker LED Vintage H4
Da das kaltweisse Licht nicht zu einem alten Auto paßt und der Unterschied zum Sieger nicht so groß ist, würde ich erst einmal bei einer guten H4-Lampe bleiben,
wenn die LED´s legal werden würden. Das Fehlen der Erkennbarkeit der Fahrbahn und der Markierungen darauf hat mich schon erschrocken. Da habe ich mehr erwartet.
Es kann ja auch sein, dass Scheinwerfer mit einer anderen Form das Licht ganz anders auswerfen.
Aber es kann ja nicht schaden, mal moderne Technik in einem alten Auto zutesten.