Fiat 850 Motor in 600 D einbauen / Versatzkeil Wasserpumpe

  • Hallo Leute,

    ich habe hier imForum mal geslesen, dass man früher Keilscheiben kaufen konnte, um die Wasserpumpe vom 850 um einige Grad zu neigen,da mit sie in die Postion des 600 D kommt.

    wer weiß was drüber?

    Kennt jemand die Maße ?

    Neigungswinkel , Dicke des Teils? Ich möchte das aus Alu fräsen.


    Vielen Dank!

    Grüße

    Jürgen

  • Hallo Rudi,

    Will ich doch! aber der WaPu flansch vom 850er differiert geringfügig. Ich versuche das noch genau auszumessen.

    die Mitte der WaPu soll in der Mitte des Kühlerausschnitts vom 600D passen.

    Die Drehrichtung vom 850er kehre ich um - auf Uhrzeigersinn (andere Nockenwelle). Einbaulage/Desachsierung der kolben passe ich auch auf die drehrichtung an.

    Gruß

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    verstehe ich das richtig ? Einen 100G(BC) vom 850er (linkes Foto) in den 600er einbauen ? Kann man machen. Aber warum nimmst du keinen moderneren, rechtsdrehenden 100GL-Motor (127, A112), der schon über einen Schraubölfilter verfügt, passende 160er Kupplungsdruckplatte + Mitnehmerscheibe, und dir den Umbau mit Kolben (geht nur mit den Flachbodenkolben), Pleuel, Simmerringen, NW, Verteilerantriebswelle, etc. ersparst ? Dazu kommt noch. dass die vorhandene 850er Alu-Ölwanne vom Coupe um 7° schief stehend unter deinem Heckblech hervorschaut. Muss man alles wollen.


    Die mir bekannten ohv-Motorblöcke haben 3 verschiedene Lochbilder für die Wapu am Motorblock. 4-Loch symetrisch, 3-Loch symetrisch und asymetrisch. Kann man mit entsprechenden Adapterplatten passend machen. Von Keilplatten für die Wapu habe ich noch nichts gehört, außer bei Tieferlegung zum Ausgleich des Sturzes an den hinteren Radlagergehäusen. Die 133er Wapu kommt zum Einsatz, wenn A-112 Motoren (100GL) in den 850er verpflanzt werden und der Umbau auf Linkslauf durchgezogen wird. Dazu gibt es hier reichlich Infos.


    Gruss Klaus

  • ...zu den vollkommen richtigen Angaben von Klaus noch eine Ergänzung:


    Ich gehöre noch der Generation an, bei welchen man neben der FG-Nummer noch die Motornummer im Brief hatte.

    Das bedeutete, der Block musste immer passend sein, also z.B. ein 1ooD -Block für den 6ooer.


    Deshalb wurde in die Schale Originalblock alles eingebaut was Leistung brachte ........und die Motornummer stimmte immer, weil ja original!

    Und ich habe ab Ende der 60er mit meinem Blauweisen einige Kontrollen "überstanden" Motornummer immer ok.......

    Kurzum, Pleuel und die Kolben passen mit etwas Geschick und Arbeit auch in den kleinen Block. Das entsprach damals dem 843ccm - 85oer.

    Durch die spätere 127/A112 - Serie konnte man natürlich gleich den ganzen Motor wechseln - aber ein echter Abarth hat auch den passenden Motorblock drin.

    Auch wenn irgendwann der neuere Block für die 600er-Reihe den Rennsportsegen bekam - wenn der Ölfilter links am Motor sitzt, gibts bei mir immer Historienpunktabzug......bei der Montage rechts nur Pluspunkte!


    Und das Wapu -Problem ergibt sich gar nicht.....

  • Hallo Klaus,

    das kommt auf den Leistungswunsch an. Mir reichen 30-34 PS völlig aus. Der Ölfilter wäre sicherlich wünschenswert, hat der N aber nicht.

    Ich habe den 100G Motor hier und er hat mich fast nix gekostet. Die Nockenwelle war eine Fehlbestellung für meinen getunten 600D - vom SEAT 600 Especial - Mittellager zu groß - (habe hier im Forum berichtet vor einigen Jahren). Ich hatte sie quasi übrig.

    Der Kopf ist original vom 850 N mit den kleinen Ventilen 27/25mm. Vergaser nehm ich vom 850N, 30er mit 21 er Venturi. Da passt der 600er Luftfilter drauf, wenn man den Vergaserflansch begradigt (Oberseite steht 7° schräg). Hab ich schon mal gemacht an meinem anderen Motor.

    Das Lochbild zu Wapu ist 3-Loch symmetrisch (rotes Bild) und steht ca. 1 cm weiter raus als beim 600D (blaues Bild). Dachte es weiss jemand, wieviel man genau abfräsen muss. Ich kann es aber rausmessen. Leider ist in den 3 Löchern dann weniger Gewindetiefe vorhanden. Vielleicht kleb ich Stehbolzen ein.

    Vermutlich habe ich den Umbau 3-Loch Flansch zu 4-Lochwasserpumpe im Kopf gehabt. Da gibt es eine Adapterplatte und man braucht einen Elektrolüfter, den ich nicht will, weil jeder sieht, dass das nicht original ist.


    Hallo Speedy,

    hab keine Motornummer in den Papieren. Die meisten können keinen 100G Block von einem 100er Block unterscheiden.

    Bis 20 oder 25% Mehrleistung (30-32 PS) wird in der Regel eingetragen. Darüber braucht man bessere (Scheiben)Bremsen.

    Ich nehme die Original-Kolben, versetze sie um 180 Grad, wegen der Desachsierung.

    Mein Ziel ist nicht den Abarth-Motor nachzubauen, sondern einen "Bauernmotor" , der im unteren Drehzahlbereich mehr Kraft (=Drehmoment) hat. Ich brauch keine 70 PS im Fiat 770. Bei uns im Schwäbischen Wald ist es etw. bergig, Ich fahre nur auf der Landstrasse, nicht auf der Rennstrecke.


    Vielen Dank für Eure Tipps und dass Ihr auf meinen Beitrag im Forum geantwortet habt.

    Das ist jetzt mein Dritter Motor , den ich für den 600D aufbaue - es ist immer wieder spannend und macht Spaß. Ich vermute, ich mach was, was noch kaum jemand probiert hat.


    Viele Grüße

    Jürgen

  • Eines solltest Du auf jeden Fall machen - etwas die Verdichtung erhöhen!

    Um das effektiv zu realisieren, einfach den Motorblock etwas abplanen - nicht den Zylinderkopf.

  • .....damit der hintere Wellendichtring nicht sabbert......gerade beim Bremsen.

    Und zum Thema heisses Öl.....was glaubst Du wieviel mal das Öl der Ölwanne durch die Pumpe läuft, so pro Laufminute!

    Das hat aber zum Sinn der Leitung nix zu tun......

  • Heute die Steuerzeiten aufgenommen.

    Der Spanische Verkäufer hat damals Mist erzählt, was die Steuerzeiten betrifft:


    Ventilspiel 0,35 mm Angaben d. Spaniers 850 N


    Einlass öffnet 16-17° vor OT 25° 16°


    Einlass schließt ~50° nach UT 51° 56°


    Ventilhub E gemessen 8,6 mm



    Auslass öffnet ~54° vor UT 64° 56°


    Auslass schließt 11-12° nach OT 12° 16°


    Ventilhub A gemessen 8,0 mm

    Die Nockenwelle passt in den 850 N Motor und er dreht dann rechtsrum im Uhrzeigersinn.

  • Hallo Jürgen,

    bei allen Respekt, aber so ganz folgen kann ich dir leider nicht. Was für eine "passende" NW baust du in den 850 N Block ein ? Bei den auf deinem Foto 3144 abgebildeten NWn, ist die rechte NW für einen Rechtslauf. Die von dir fett geschriebenen Steuerzeiten, gemessen bei einem Kontrollspiel von 0,35 mm (Fiat gibt dafür 0,375 mm an) , passen nicht so ganz zu einer 850 N Nockenwelle. Die dünn geschriebenen Öffnungszeiten erschließen sich mir nicht ?


    Bei der 850N NW öffnet das EV 16° vor OT und schließt 56° nach UT , das AV öffnet 56° vor UT und schließt 16° nach OT, was bei einem Kontrollspiel von 0,375mm einem Öffnungswinkel von 252° entspricht. Diese NW hat einen Hub von 5,75 mm, was einen theoretischen Hub der Ventile ohne Spiel von 8,625 mm ergibt. Dieser Ventilhub entspricht in etwa den von dir beim EV gemessenen 8,6 mm, jedoch schwächelt beim AV der Ventilhub mit den von dir gemessenen 8,0 mm. Sollte da schon etwas verschlissen sein ?


    Zum Vergleich die Daten für die 850 Coupe/Spider NW : EV öffnet bei 25° vor OT und schließt bei 51° nach UT, das AV öffnet bei 64° vor UT und schließt bei 12° nach OT, gemessen bei einem Kontrollspiel von 0,375 mm. NW-Hub ist 5,86 mm, Öffnungswinkel 256° .


    Bescheiden präsentieren sich dagegen die NW-Daten der 600D NW: Das EV öffnet 10° vor OT und schließt bei 35° nach UT, das AV öffnet bei 35° vor UT und schließt bei 2° nach OT, gemessen bei einem Kontrollspiel von 0,45 mm, ergibt das einen Öffnungswinkel von 225°.


    Aber uffgespaßt, die unterschiedlichen Kontrollspiele der NWn ergeben deshalb keine direkt vergleichbaren Werte für die Öffnungszeiten einer NW. Das ist auch das Problem bei den Angaben der Öffnungswinkel von Sportnockenwellen, wenn die Angaben ohne das Kontrollspiel gemacht werden ! Als Beispiel dazu verweise auf das Datenblatt der Nockenwellen für den A112 HP58 und HP70, deren Daten bei einen Kontrollspiel von 1,0 mm ermittelt worden sind, s.u. ! Die HP70 Welle hat bei diesem Kontrollspiel nur einen Öffnungswinkel von 242° (!). Im Werkstatthandbuch und Homologationsblatt für den HP70 (#5064) von 1984 hat die NW bei einem Kontrollspiel von 0,75 mm für das EV die Angaben 16°/56°, für das AV die Angaben 56°/16° was einem Öffnungswinkel von 252° entspricht. Ohne das Kontrollspiel hat diese Welle aber einen Öffnungswinkel von 326° ! Bei dem Betriebsventilspiel von 0,25 - 0,30 mm (kalt) es dann schon wieder ganz anders aussieht !


    Jetzt ist die Konfusion komplett. Also lernen wir, bei den angegebenen Steuerzeiten einer NW immer dass dabei verwendete Kontrollspiel hinterfragen ! Nur dann können wir Äpfel mit Äpfeln vergleichen, sonst bleibt es bei Äpfel und Birnen. Ihr merkt schon jetzt die Tendenz. Je kleiner das Kontrollspiel ist, desto größer werden die Öffnungswinkel. Aber je nach Steilheit der Rampen und Ausbildung der Evolventenkurve des Nockenprofils können noch ganz andere Füllungsgrade bestimmt werden.

    Der alte Camillo Alquati aus Cremona in seinem Kabuff, bei dem wir in den 80er Jahren die NWn gekauft haben, schreibt in seinem 1987er Katalog, "das für jede NW angegebene Ventilspiel gilt für die Steuerzeiten im Motorbetrieb". Das war doch Mal eine klare Aussage gewesen. Also haben wir uns die 320° NW gekauft, die mit 7,0mm Hub, Einlassöffnungswinkel 55°/85°, Auslassöffnungswinkel 85°/55° , beide gemessen bei 0,30mm Ventilspiel. Das der Kasten damit keinen brauchbaren Leerlauf mehr gehabt hat, muss ich hier nicht vertiefen.


    Gruss aus dem NW-Dschungel.

    ABARTH-Klaus


  • .....so, so Klaus - Ihr ward also auch in dem dunklen Zimmer hinten rechts in Cremona!

    Wo der Patrone mächtig hinter seinem großen Stilmöbel-Schreibtisch saß, und habt ihm mit den Lire-Handtüchern gewunken, damit sein Sohn aus irgendwelchen Ecken der Beinahwohnung edle Teile heranschleift.......Aber Ihr habt hoffentlich immer erst geschaut, ob die Luft rein ist......also keiner vom Hörmann grad ums Eck kommt?

    Grüße

  • Hallo Klaus,

    klar, dass man da nicht mit kommt. Es hat mir die Tabelle durcheinandergeschmissen und ich habs nicht gemerkt.


    Die fetten Daten sind die gemessenen der abgebildeten Nockenwelle f. Rechtslauf. Alle anderen Zahlen sind aus Handbuch oder vom Spanier.

    Die Nocke stammt vom Seat 600 especial, sagte der Spanier. Nur die angegebenen Steuerzeiten (oben die mittlere Spalte, dünne Schrift) stimmen nicht mit dem gemessenen überein.

    Der 100G Motor hat die Nocke welche oben links abgebildet ist ( f. Linkslauf) drin gehabt. die steuerzeiten sind die ganz rechts (dünne schrift) 16/56° - 56/16° in der zerschossenen Tabelle (Angaben von Fiat)

    .

    Sobald ich eine Fühlerlehre mit 0,375 mm besorgt habe, mess ich das noch genauer. Ich hatte eben nur 0,35mm, 0,02mm haben gefehlt. Zum abschätzen reichts wohl.

    Vielen Dank für Deine Ausführungen - ich hab das schon begriffen.

    Grüße

    'Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    wenn die RL NW vom SEAT 600 Especial sein soll, hat sie die 3 Lagermaße vom 600 D. Der Unterschied zwischen der 600D und 850G NW ist nur beim Mittellager zu finden. Die 600er NW hat dort einen Durchmesser von 38 mm und die 850er NW dort einen Durchmesser von 43,3 mm. D.h., die 600er NW passt in den 850er Block, schwebt aber im Mittellager ohne zu tragen ! Wat nu ? Nochmal messen, damit es kein Mist wird.

    Gruss Klaus

  • wenn die RL NW vom SEAT 600 Especial sein soll, hat sie die 3 Lagermaße vom 600 D.


    Ja Klaus, sie hat das 43mm Lagermaß vom 850 in der Mitte. Die Nockenwelle passt einwandfrei in die Lagergasse.

    Ich werde sie für das Projekt nehmen können.

    Bleibt noch das Problem mit der Wasserpumpe: sie muss ca. 10-12 mm näher an den Block.

    Abfräsen am Block klappt nicht , weil an einer Stelle am Flansch zu wenig "Fleisch" ist - würde durchbrechen. Ich werd mir was einfallen lassen.

    Weitere Punkte, wie Verteilerantrieb und Kupplung sind m.E. leichter lösbare Problme.


    Grüße an alle, die mir ihre Hilfe angeboten haben.

    Jürgen