Doku Restauration und Umbau 127 Special

  • Hallo 127-Freunde,


    möchte gerne den Aufbau meines 127 an dieser Stelle dokumentieren,
    Einiges habt ihr ja schon gelesen und gesehen.
    Rumpf-Motor mit montiertem Zylinderkopf und Getriebe sind eingebaut.
    Jetzt habe ich in mühevoller Kleinarbeit viele Teile zerlegt, gereinigt,
    geschliffen, poliert, chromatiert usw., aber auch teilweise durch Neuteile ersetzt,
    muß einfach mal vor dem Zusammenbau ein paar Bilder einstellen.
    Was ihr hier seht, wartet auf den Einbau, zuvor muß ich noch die
    Federbeine komplettieren, die Achswellen lackieren, größere Tripodegelenke
    so bearbeiten, daß die Verzahnung genügend weit auf die Welle zu schieben geht usw.
    Das ist noch ein Haufen Arbeit, macht mir aber riesigen Spaß.....
    Das Photo von den Scheibenbremsen hinten ist mal eine kleine Vorausschau,
    was auf mich zukommt, wenn das Auto im vorderen Bereich fertig ist und
    ich es dann in der Garage wenden kann, um mir die Hinterachse vorzunehmen,
    wird aber noch ein Weilchen dauern.
    Melde mich ab und zu mal unter dieser Rubrik, um den Fortschritt zu dokumentieren,


    Also dann wieder bis demnächst,
    Gruß !
    Peter



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  • Salve 127-Peter
    Dein 127-Special wird ein Schmuckstück der besonderen Art. So ein bis ins kleinste Detail bearbeiteter Wagen hat die Werkshallen von Fiat selber nie gesehen. Besonders das es dir auch solchen Spass macht bis auf die letzte Schraube mit einen neuen Glanz zu versehen ist bewundernswert. Bis du sonst im Leben auch so ein versessener Perfektionist?


    Weiterhin gutes gelingen
    Grüsse Autolux

  • Jawohl...seh schon da steckt große Leidenschaft dahinter, saubere Arbeit....zollt einem Respekt. Beachtet doch wie die Teile daliegen beim ersten Bild....wie bein Motorbauer sage ich nur.
    Ich kenn das zugut die kleinen details picobello aufzuarbeiten.


    einfach klasse...weiter so
    Vg
    Peter

  • Mag so sein.......,
    könnte aber auch sein, daß der Alterungsprozeß etwas langsamer voranschreitet,
    wie z.B. bei den Originalteilen in diesem Bild:


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    ....sind 39 Jahre alt, lediglich von mir mit Terpentinöl gereingt worden und mit Silikonöl "konserviert".
    Da muß der der einzige Vorbesitzer wohl genauso verrückt gewesen sein wie ich.....,
    oder die Oberflächenveredelungen waren vor 4 Jahrzehnten doch etwas besser. :dontknow


    @ Uwe, Autolux, Peter,
    vielen Dank, ich mache weiter so......,


    Gruß !


    Peter

  • ....und weiter gehts,


    hier das Thema vorderes Federbein/Umbau auf O.S.R.A.V.-Fahrwerk:


    Folgende Teile habe ich vom Serienfederbein übernommen und aufgearbeitet:


    - Hülse für die Schraubenfederauflage , gestrahlt und schwarz verzinkt, Spalte zwischen den Blechen (punktgeschweißt)
    geflutet mit Hohlraumwachs
    - Anschlagpuffer aus Gummi silikonbehandelt, ebenso den Dichtring des Drucklagers
    - Flachscheibe und Aludistanzstück poliert
    - Oberes Stützlager (Gummi wenig rissig),
    das Blechprofil des neugekauften Reproteils ist dünner mit schlechterer Qualität (bleibt in der Ersatzteilkiste....)
    - obere Befestigungsmutter und Topfscheibe gelb verzinkt
    - Federauflagen aus Plastik gereinigt (kaum Verschleiß feststellbar)




    Neu eingerüstet ist das Drucklager: hier sitzt jetzt ein dreiteiliges Nadellager:



    Die obere Bohrung der Brackets habe ich um 2 mm erweitert, dies erlaubt bei einem Bohrungsabstand von 48mm
    an der Achsschenkelbefestigung ein maximales Delta von 2,4 ° negativen Sturz bezogen auf die Serienwerte der A112-Geometrie
    (Stoßdämpfer ist vom A112)........ ist lediglich Option, werde sicherlich nur marginal verändern bei der späteren Fahrwerksabstimmung.




    Die hellen Anschlagpuffer auf der Kolbenstange sind verbaut, zusätzlich auch die schwarzen, serienmäßigen Gummipuffer,
    diese dienen jetzt lediglich nur noch in ihrer 2. Funktion als Staubschutz.
    Die Federwegsbegrenzung übernimmt der Puffer auf der Kolbenstange.



    Ein Problem wird es noch geben bei der Fahrwerksmontage: die Brackets des O.S.R.A.V.Dämpfers haben eine Weite von 27,5 mm,
    die der Serie 25,1 mm, entsprechend des Maßes von 25 mm am Achsschenkelarm.
    Das heißt, ich werde dann 2 Platten anfertigen müssen, um das Spiel auszugleichen... :(




    Tja, so weit, so gut, es war mal wieder etwas akribische Detailarbeit notwendig, aber wenn das ganze dann zusammengeschraubt ist,
    und ich es dann mit dem Serienfederbein vergleiche (Delta 40mm.... ), dann kommt wieder Freude auf :) .


    ------------> und am Fahrzeug sieht das so aus :



    Bis demnächst an dieser Stelle, einen schönen Vatertag noch !!!!!!!!


    Gruß !


    Peter

  • .... nach einer durchzechten Nacht mit Uwe habe ich heute mal
    die beiden Federbeine maßlich verglichen:


    5 mm Unterschied in der Länge (Bohrungen Achsschenkelbefestigung -->Auflage im Federbeindom)
    .....> und es liegt nicht am Restalkohol bei der Messung ;) 
    Ist definitiv ein Toleranzproblem und kein Montage- oder Meßfehler .


    Ich könnte das ausgleichen mit einer zusätzlichen Scheibe am Distanzstück,
    die Gewindelänge der Stoßdämpfer würde des hergeben..


    Hat einer so was schon mal gehabt ?


    Gruß !


    Peter

  • Peter, bau das Ding zusammen und fahr erstmal. Wenn Du dann sicher bist, dass die Karosserie und alles andere auch 100% symetrisch ist, unterlege die Domlager. Vergiss aber nicht, dass sich beim Fahren alles im elastischen Bereich verformt. Links und rechts verscheiden und bei jeder Kurve anders, geradeaus sowieso. Das ist ein Fiat aus den 70ern. Entwickelt in den 60ern, gebaut mit italienischen Toleranzen, von streikwütigen Arbeitern mit Werkzeugen der 70er unter Lambruscoeinfluß. Für Menschen der 70ger und ihren Ansprüchen.


    Mit Deinen Theorien stehst Du Dir selbst im Weg, Fahrspaß 2015. Vielleicht. Eher 2016.

  • Hi Marcus,


    du hast in gewisser Weise recht, aber ich gucke halt hin im Detail, b e v o r ich einrüste....;
    hätte erwartet, daß die Dinger gleich lang sind, o.k., 5mm sind nicht schön,
    aber ich werde damit leben:


    so weiß ich jetzt wenigstens, auf welche Seite ich das längere Federbein einrüste
    für mich als "80Kg plus xkg-Mensch", der vorwiegend alleine unterwegs sein wird.


    Bin halt auch mißtrauisch geworden, was O.S.R.A.V. betrifft, nachdem
    die Achsschenkel mit 2,5 mm Luft in den Brackets schlackern, Schei.. ist das das !!


    Und was mich besonders interessiert: was es so alles gibt an Besonderheiten
    und was die Gründe dazu sind....., hab halt im Gegensatz zu dir und anderen
    hier im Forum im Detail null Erfahrung mit der Technik aus diesen frühen Jahrzehnten....


    Wenn die Kiste später dann mal auf eine Seite hängt, kann ich mir erklären,,
    was eventuell die Gründe sind...


    ....und vor dem Fahrspaß kommt der gewissenhafte Aufbau, kann nicht anders !


    Aber : trotz allem: Fahrspaß kommt, früher oder später, da bin ich mir ganz sicher !
    ... falls ich dann vorher doch noch Entzugserscheinungen bekommen sollte:
    gibts mir deinen mal für ne Woche.... ;)


    Gruß !


    Peter

  • Applaus,Marcus du hast vollkommen recht!
    Aber keine Angst,ich habe mit Peter schon telonaniert und ihn konfirmiert,er wird das einbauen.
    Der gezeigte Unterschied resultiert aus der Summierung von Toleranzen und der Verwendung von Gebrauchtteilen (bei einem Domlager setzt sich z. Bsp. der Gummi reichlich).
    Leute,lasst den Peter mal machen.Der hat mit seiner akribischen Art schon Macken gefunden die ich 30 Jahre nicht gesehen habe.
    Und nein,die Teile sind nicht von mir............

  • Bin halt auch mißtrauisch geworden, was O.S.R.A.V. betrifft, nachdem
    die Achsschenkel mit 2,5 mm Luft in den Brackets schlackern, Schei.. ist das das !!


    Hinten? Ich erinnere mich an Beilagscheiben, die man kaum wieder reinbekommen hat. Eigentlich garnicht. Damit wurde der Nachlauf eingestellt. Bei den Fiat Schwabbellenkern war das natürlich brutale Theorie, die nur bei der Vermessung sichtbar war.

  • Hi Marcus,


    nein, nicht die hinteren, bin aus Platzgründen in meiner Garage im Moment nur an der Vorderachse.
    Muß zum Spielausgleich jetzt pro Federbein 2 Bleche zurechtschneiden mit 1mm Wandstärke,
    die restl. 0,5 mm lassen sich zusammenziehen, mehr aber auch nicht...


    Beim Fahrwerk, zumal an d i e s e r Verschraubung, verbieten sich jegliche Schludereien.


    Bin dann mal gespannt,welche " Überraschungen" mich an der Hinterachse erwarten.... .


    Peter

  • .....und weiter gehts:
    (muß ja, damit Marcus mit seiner Vermutung "Fertigstellung erst zu 2016" nicht Recht behält.... ;) )

    Auswechseln der vorderen Radlager

    - Hatte etwas Bedenken, weil nie zuvor gemacht.
    - Einen Sicherungsring konnte ich mit dem Originalwerkzeug/Meißel herausdrehen,
    der andere allerdings war nur mit "filigraner Zerstörungswut" zu entfernen, um das Gewinde im Achsschenkel nicht zu beschädigen.
    - Ausschlagen/-drücken der alten Radlager ging ohne Probleme.
    - Die Lagersitze in den Achsschenkel habe ich nach der Schwarzverzinkung ausgerieben.
    - Mangels Presse habe ich die Lager mittels einer hochfesten M20-Schraube reingedrückt,
    mit viel Motorenöl als Gleitmittel, ging ganz gut.
    - für die letzten 5 mm im Sitz kam als Presswerkzeug ein auf Maß abgedrehtes Stahlrohr zum Einsatz (Abbi, danke nochmals !!).
    - für den Sicherungsring hatte ich ein Werkzeug selbst fertigen müssen
    (Achtkant 46 mm gegenüber 52 mm beim Original).
    Ohne weiter nachzudenken habe ich den neuen Sicherungring reingedreht und nach Vorschrift mit 60 Nm angezogen.
    - Dann wurde unter Abstützung des innerern Lagerrings ebenfalls mit dem "Schraubverfahren" die Nabe eingepresst.


    und jetzt kam die Überraschung:
    Nabe sitzt fest, bzw. läßt sich nur schwer drehen !!! :evil:

    Da ja noch die Teile für die andere Fahrzeugseite rumlagen, konnte ich mit Wut im Bauch die Analyse für das Desaster starten:
    Ursache war, daß ich den Sicherungsring mit der falschen Seite (Dichtlippe Richtung Lager) eingedreht hatte
    und somit ein paar Zehntel zu weit vorstand. 

    Fürs nächste mal: Dichtlippe muß Richtung Nabe zeigen


    O.K., aus Fehlern wird man klug, dumm nur,
    daß das erneute Auspressen der Nabe zur Zerstörung des nagelneuen Lagers führt,
    in meinem Falle hatte ich ja die nicht ganz billigen SKF-Lager verwendet.....

    Also das ganze nochmals von vorne, und siehe da, kaum macht man es richtig, funnzt es auch.....

    So ist das, wenn man wie ich nur wenig Schraubererfahrung hat, dann muß man halt Lehrgeld zahlen.
    Aber: es ist vollbracht, jetzt warten weitere Herausforderungen,

    also dann bis demnächst an dieser Stelle........